Manche Kinder vermissen ihr Zuhause mehr als andere. Heimweh ist keine Krankheit sondern einfach nur Heimweh. Und das ist völlig in Ordnung. Die Wahrscheinlichkeit, Heimweh zu bekommen, ist höher, je jünger die Kinder sind, je seltener die Kinder von Zuhause weg waren, je stärker die Bindung an die Eltern oder je ängstlicher die Kinder sind. Heimweh zu „behandeln“ wenn es auftritt ist schwierig, deshalb solltet ihr präventiv handeln. Mit den untenstehenden Tipps wird es vielleicht besser:

  • Heimweh ist keine Krankheit! Die Kinder brauchen keine 1.Hilfe sondern Nähe von Bezugspersonen. Sie brauchen also die Nähe der Zimmerpat*innen.
  • Lass die Kinder ankommen. Sei von Anfang an bei den Kindern. Erzähle ihnen was auf sie wartet und biete ihnen viele Spiele und Programm an, damit sie keine Zeit haben etwas zu vermissen.
  • Der Kontakt zu den Eltern endet mit der Abfahrt. Wie die Abfahrt gestaltet werden sollte, findet ihr unter einem anderen Punkt. Handys werden im Bus angenommen und werden nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgegeben.
  • Sei da! Sei nicht nur während dem Programm für dein Zimmer da, sondern schau immer wieder nach deinen Kindern. Sei ihnen physisch und emotional nahe. So wird das Risiko verringert, dass die Kinder Erwachsene vermissen.
  • Sorge für Integration. Wenn sich ein Kind ausgeschlossen fühlt, will es Gemeinschaft. Diese hat es garantiert Zuhause, also will es heim. Sorge dafür, dass sich alle Kinder wohl fühlen.
  • Spreche nicht von Heimweh. Wenn du die Kinder auf den Gedanken bringst, machen sie sich auch darüber Gedanken. Vermeide das.
  • Sorge für genügend Schlaf. Wer körperlich fit ist, ist auch (meistens) emotional fit.

Wenn Heimweh doch ausbricht:

  • Sei geduldig und höre zu. Vielleicht ist das Problem nicht die Sehnsucht nach Zuhause sondern, dass sich das Kind nicht integriert fühlt. Dagegen kann man was machen. Höre zu und tu es nicht als „Kleinigkeit“ ab.
  • Spreche nicht von Heimweh, sondern lege den Fokus auf die Freizeit. Spreche von dem was als nächstes komme, so dass sich das Kind auf etwas freuen kann.
  • Mache keine Deals, die du nicht halten kannst. Telefonieren hilft selten, daher ist das nur in Absprache mit der Freizeitleitung möglich. Verspreche also nicht mal, dass du mit der Freizeitleitung darüber sprichst. So entsteht eine falsche Hoffnung. Aber ihr könnt z.B. eine Postkarte schreiben. Abmachungen mit den Eltern über Abholungen und Co werden ausschließlich mit der Freizeitleitung besprochen.
  • Sei kein Mutter/ Vater-Ersatz. Du bist es nicht, also sei es nicht. Du musst das Kind nicht wie ein Baby behandeln.
  • Such die Hilfe, wenn du nicht weiterkommst. Wenn du nicht mehr weist, was du tun sollst gibt es auf jeder Freizeit einige Menschen, die vielleicht noch eine Idee haben: Freizeitleitung, Seelsorgeteam, …
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